Im Zuge der Sanierung des Gebäudekomplexes Zähringer Tor in Freiburg hat die DeWAG insgesamt zehn Mauerseglerkästen als artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme installiert. Ziel ist es, verlorengegangene Brutplätze zu ersetzen und geschützten Gebäudebrütern langfristig geeignete Nistmöglichkeiten zu bieten. Die Kästen wurden an mehreren Fassadenseiten angebracht und verteilen sich auf Innenhof- sowie Straßenseiten des Gebäudes. Die Maßnahme wird seitdem durch ein mehrjähriges Monitoring fachlich begleitet. Die Erfolgskontrollen laufen von 2024 bis 2026 und dokumentieren systematisch die Entwicklung.
Monitoring 2024–2025: Aktueller Stand
Die bisherigen Beobachtungen zeigen, dass die neu installierten Mauerseglerkästen bislang noch nicht von Mauerseglern besiedelt wurden. Eine mögliche Ursache liegt in den vorangegangenen Bauarbeiten. Während der Sanierungsphase waren ursprüngliche Brutplätze zeitweise nicht zugänglich, sodass sich die Kolonie vermutlich neue Quartiere im direkten Umfeld gesucht hat.
In der Nachbarschaft konnten Mauersegler beobachtet werden, die Jalousiekästen eines benachbarten Gebäudes nutzen. Das spricht dafür, dass die Vögel weiterhin im Quartier präsent sind. Die neu angebrachten Kästen werden wahrgenommen, bislang jedoch noch nicht angenommen. Einzelne Kästen wurden zwischenzeitlich von Sperlingen genutzt. Auch das ist ein positives Signal, da solche Vorbesiedlungen die Aufmerksamkeit anderer Arten auf neue Brutangebote lenken können.
Nachhaltige Bestandssanierung und Artenschutz
Mauersegler sind beim Brüten sehr standorttreu. In Europa fliegen sie in der Regel jedes Jahr denselben Brutplatz erneut an. Da natürliche Felsnischen heute kaum noch zur Verfügung stehen, nutzen die Höhlenbrüter überwiegend Gebäude als Ersatzlebensraum. Umso wichtiger ist es, bei energetischen Sanierungen geeignete und dauerhafte Ersatzquartiere bereitzustellen. Für die DeWAG ist Artenschutz ein integraler Bestandteil nachhaltiger Bestandshaltung. Bei Sanierungsmaßnahmen berücksichtigen wir ökologische Aspekte frühzeitig und setzen fachlich begleitete Ausgleichsmaßnahmen um.
Die am Zähringer Tor installierten Nistkästen bleiben dauerhaft erhalten. Das Monitoring bis 2026 liefert weitere Erkenntnisse zur Entwicklung und möglichen Besiedlung. So schaffen wir langfristige Perspektiven und Erkenntnisse für gebäudebewohnende Vogelarten im urbanen Raum.

Nistkästen in Freiburg